Aus dem Bücherregal des Ensembles: Literaturtipps von Jörg Rieker 


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Welche Lektüre empfiehlt der Leiter der Abteilung „Dramaturgie und Kommunikation“ und stellvertretende Intendant Jörg Rieker, der ja schon beruflich zu den Viellesern zählt? Hier ein „Best of“ seines Bücherregals:  

 

„Colm Tóibín? Noch nichts von ihm gelesen? Auch die schöne Verfilmung seines Romans ‚Brooklyn‘ mit der bezaubernden Saoirse Ronan in der Hauptrolle verpasst? Für mich ist der irische Autor eine der interessantesten literarischen Stimmen der Gegenwart. Zuletzt habe ich seinen Roman ‚Haus der Namen‘ verschlungen. Tóibín erzählt packend und intensiv die alte tragische Familienzerrüttungsgeschichte von Agamemnon und Klytaimnestra. Ein alter Hut? Ganz im Gegenteil: Wie die Figuren mit sich und ihrem Schicksal hadern, gegen die Götter aufbegehren und um ihren Platz in der Gesellschaft ringen, ist packend und zeitlos. Und Tóibín setzt für den heutigen Leser Akzente, die Aischylos, Sophokles und Euridpes epochenbedingt so nicht ausgearbeitet haben. Eine Verneigung vor der Antike für die Gegenwart. Und im Ohr rauschen die Töne von Strauss, Gluck oder anderen…

Ansonsten auf meiner persönlichen ewigen Bestenliste: ‚Liebe in den Zeiten der Cholera‘ und ‚Hundert Jahre Einsamkeit‘ von Gabriel García Márquez; Tolstois ‚Anna Karenina‘, Ransmayrs ‚Cox oder Lauf der Zeit‘, Dieter Wellershoff ‚Der Sieger nimmt alles‘ und Patricia Highsmiths ‚Ripley‘-Romane.“

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