Die Liebe gewinnt immer


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Im Gespräch mit Tetiana Miyus zu Georges Bizets Perlenfischern, die am 27. Nov Premiere gefeiert hätten. Erneut muss die Produktion aufgrund eines Lockdowns verschoben werden, an einem neuen Premierentermin im Dezember wird gearbeitet.

 

Wie war es für dich, als am 13. März 2020 die Proben für „Die Perlenfischer“ wegen der Corona-Situation abgesagt wurden?
Oh, das war ein harter Schlag. Ich habe mich intensiv musikalisch auf die Partie vorbereitet und sehr auf die Zusammenarbeit mit Regisseur Ben Baur gefreut. Als der Probenprozess abgebrochen werden musste, hatte ich noch keine szenischen Proben; die Kollegen sind gerade nur bis zum Duett der beiden Männer gekommen.

Es sind Monate vergangen seither, und in der Saison 2021/22 kommen „Die Perlenfischer“ endlich auf die Bühne. Wie bist du mit der Partie in der Zwischenzeit umgegangen?
Die Rolle der Leila hatte ich noch gar nicht richtig im Köper, das geschieht ja auch durch die szenische Beschäftigung mit dem Werk. Doch das musikalische Erinnerungsvermögen ist enorm: Ich muss das Gelernte reaktivieren, allerdings auch manche Stelle ganz neu lernen. Die Leila von 2021 wird sicher anders klingen als noch vor einem Jahr.

Wie hast du dich auf die Rolle vorbereitet?
Zunächst habe ich mir eine Produktion angeschaut. Aufnahmen höre ich gar nicht allzu viele. Ich mag es, einer Partie musikalisch selbst auf den Grund zu gehen, etwas Eigenes zu entwickeln. Technische Inspiration allerdings, zum Beispiel von Joan Sutherland, ist wertvoll für mich.

Was hast du sonst in der aufführungsfreien Zeit gemacht?
Ich habe einige Tutorials und Masterclasses online absolviert, viel für mich Neues gehört, um meinen musikalischen Rollenhorizont zu erweitern, eine eigene Website entwickelt und natürlich mehr Zeit mit meiner Familie verbracht, was auch sehr schön war. Aber ich sehne mich nach der Bühne und nach dem Publikum im Saal! Das Grazer Publikum ist toll: Es ist treu, freundlich und warmherzig.

Manche halten „Die Perlenfischer“ für einen Geniestreich des jungen Bizet, allerdings die Handlung für so krude, dass es oft nur zu konzertanten Aufführungen kommt.

Für mich ist diese Oper eine Art Legende; es geht um Glaube, Liebe und Hoffnung. Eine Frau zwischen zwei Männern. Was ist daran seltsam? Sehr viele Opern bauen auf dieser Konstellation auf. „Die Perlenfischer“ vermitteln uns eine elementare Erfahrung: Die Liebe gewinnt immer!

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