Hodel im Fokus 


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Gemeinsam mit ihrer älteren Schwester Zeitel und der jüngeren, Chava, träumt Tewjes Zweitgeborene Hodel davon, dass für sie alle Jente, die Heiratsvermittlerin, den perfekten Mann aussuchen wird. Denn wie sonst sollte sie einen Mann kennenlernen, da doch junge Leute eine solche Entscheidung nicht allein treffen können. Insgeheim hat Hodel längst schon ein Auge auf den Sohn des Rabbi geworfen. Warum auch nicht? In Anatevka gibt’s nur einen Rabbi, und der hat nur einen Sohn. Und nur eine kann das Beste kriegen.

Doch dann verändert ein Gast, den ihr Vater zum Sabbatmahl mitbringt, Hodels Leben. Perchik kommt ins Haus, ein Student aus Kiew, der jung und intellektuell und revolutionär zugleich ist. Er gibt den Mädchen Unterricht und verblüfft mit seiner ungewöhnlichen Bibelexegese Hodel. Aber mehr noch als seine unkonventionelles Wesen fasziniert sie Perchiks Fähigkeit, plötzlich Musik erklingen zu lassen, wenn er ihr den neuesten Tanz aus der Großstadt Kiew zeigen möchte. Von ihm erfährt sie auch, dass dort junge Frauen und Männer miteinander gehen, ohne, dass sie eine Heiratsvermittlerin zusammengeführt hätte.

Bei Zeitels und Mottels Hochzeit ist es Perchik, der die Geschlechtertrennung beim Tanz aufhebt. Als Perchik, der genau versteht, was das Pogrom auf der Hochzeitsfeier zu bedeuten hat, nach Kiew aufbrechen muss, bespricht er noch mit Hodel eine wichtige politische Frage. Für ihn ist die Ehe von soziologischer Bedeutung, für Hodel hat die Zuneigung oberste Priorität. Perchiks Heiratsantrag nimmt sie auf jeden Fall an und verblüfft damit ihren Vater. Die jungen Menschen bitten nämlich nicht um sein Einverständnis, sondern um seinen Segen. Weil Tevje erkennt, wie innig sie sich lieben, erteilt er seinen Segen. Und seine Zustimmung.

Als Perchik verhaftet und nach Sibirien transportiert wird, ist für Hodel die Zeit des Abschieds gekommen. Sie wird ihrem Verlobten nach Sibirien folgen, denn fortan ist ihr zuhause bei ihm und nicht im Elternhaus. Ihren Vater tröstet sie im Abschiedsschmerz mit dem Versprechen, sich in Sibirien nach den Vorschriften ihres Glaubens trauen zu lassen.

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