Im Gespräch mit Professor Higgins


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Nach mehrjähriger Pause kehrt „My Fair Lady“ ab dem 12. Mai 2016 wieder zurück auf den Spielplan der Oper Graz. In einer Probenpause hat sich Dramaturg Bernd Krispin mit Guido Weber, der erneut als Professor Higgins in Graz gastiert, über den Musical-Klassiker und die Besonderheiten des Steirischen unterhalten.

 

Der Musical-Klassiker „My Fair Lady“ zählt zu den beliebtesten und meistgespielten Musicals überhaupt. Können Sie sich noch an Ihre erste „Lady“ erinnern?

Ja klar, das war 2003 am Landestheater in Flensburg mit einem sehr guten Regisseur, der mit mir acht Wochen täglich mehrere Stunden daran arbeitete. Ich weiß noch alles, was er damals zu mir sagte. Ich hatte am Anfang große Schwierigkeiten, den passenden Zugang zu diesem speziellen Higgins-Charakter zu finden. Ich werde nie vergessen, wie mich nach einer Woche vergeblicher Probe der Regisseur zur Seite nahm und zu mir sagte: „WissenSie, Herr Weber, Sie sind ein sehr netter feiner und höflicher Mensch. Nur alles das ist Higgins – nicht!“

 

Sie haben den Professor Higgins schon in verschiedenen Inszenierungen verkörpert und dabei die unterschiedlichsten Dialekte der Eliza Doolittle gehört. Welcher war für Sie der ungewohnteste?

Ich habe ihn zwar schon in acht verschiedenen Inszenierungen gespielt, aber immer mit dem originalen berlinerischen Akzent. Es stimmt, das war hier am Anfang für mich etwas ungewöhnlich, die Eliza auf Steirisch zu hören; nun weiß ich aber, was ein „Kieberer“ ist! Ab Juli werde ich in Bad Leonfelden eine Neuinszenierung spielen, in der die Eliza Wienerisch sprechen wird.

 

Sprechübungen sind Teil des strengen Unterrichts von Professor Higgins. Was ist Ihr liebster Zungenbrecher, den Sie – ohne sich zu versprechen – perfekt beherrschen?

Ich habe nur einen Lieblingssatz in der „Lady“, der eine Sprachübung beinhaltet. Leider hat man ausgerechnet den in der Grazer Fassung gestrichen. Heuer in der Wiederaufnahme habe ich nun zum ersten Male ganz offiziell die Erlaubnis, die originale Sprechübung zu sprechen, was mich sehr freut:

„Vom schwarzen Moos verkrustet zäh,

stehen Blumentöpfe dicht an dicht.

Der Rost zerfrisst Zaunnägel jäh,

bis das Spalierobst zu Boden bricht.“

 

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