„In jedem von uns steckt ein Kind“


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Mit „Rotkäppchen“ und „Der Wolf“ bringt die Oper Graz zwei Ballettinterpretationen des bekannten Märchenstoffes auf die Studiobühne – einmal erzählt und getanzt für Kinder ab 5 und einmal in der Fassung für Erwachsene. Kinsun Chan zeigt sich in beiden Produktionen für Kostüme und Bühne verantwortlich und spricht mit Lisa-Christina Fellner (Dramaturgie „Rotkäppchen“) und Bernd Krispin (Dramaturgie „Der Wolf“) über seine Doppelaufgabe.

 

Eine Bühne, eine Geschichte, zwei Betrachtungen – welche Bilder transportiert deine Bühne?

Die Bühne lässt durch die Nutzung des Raums auf höheren und niedrigeren Ebenen viel Phantasie zu. Ich finde auch, dass der Wald ein wichtiges Element ist, denn ein Wald kann ein Ort der Freiheit sein, aber auch ein Ort des Versteckens.

 

Wie unterscheiden sich die beiden Bühnen, was haben sie gemeinsam?

Der größte Unterschied zwischen den beiden Bühnenbildern ist die Veränderung der Farben. Ich glaube, dass Farbe einen starken Einfluss auf die Stimmung und die Atmosphäre hat, also war dies die wichtigste Zutat zusammen mit der Tatsache, dass „Rotkäppchen“ einen „realistischen Raum“ vor der Bühne hat und „Der Wolf“ Videoprojektionen verwendet.

Die grundlegende Silhouette der Bühne, die grüne Landschaft und das bewegliche Haus sind die Elemente, die „Rotkäppchen“ und „Der Wolf“ miteinander verbinden. Ich fand es wichtig, dass es einen roten Faden zwischen den beiden Versionen gibt, der allen, die beide Versionen sehen, eine vertraute, aber interessante Wendung gibt.

 

Was ist das Besondere für dich an „Rotkäppchen“ und „Der Wolf“?

Ich finde es sehr speziell, dass jedes Stück auf eine bestimmte Altersgruppe und ein bestimmtes Publikum ausgerichtet ist, was natürlich die unterschiedliche Interpretation der Geschichte beeinflusst hat, das finde ich sehr spannend.

 

Die unterschiedlichen Charaktereigenschaften werden durch die Kostüme untermalt. Was hat dich inspiriert?

Die erste Inspiration waren Malbücher für Kinder, in denen ich mir bestimmte Farben in bestimmten Bereichen oder Formen vorstellte, was am Ende sehr raffiniert werden kann und einen sehr sauberen und graphischen Look ergibt.

 

Das Stück „Rotkäppchen“ richtet sich an Kinder, das Stück „Der Wolf“ an ein älteres Publikum. Wie vereint man als Ausstatter kindliche Naivität und erwachsene Aufgeklärtheit?

Ich glaube, dass in jedem von uns ein Kind steckt, unabhängig vom Alter, und deshalb versuche ich, dieses Kind auf allen Ebenen anzusprechen.

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