„Kinomontag“ in der Oper Graz:
„Die Stadt ohne Juden“ am 6. Feb 2023


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Drei Fragen an Cornelius Obonya

 

Vor knapp 100 Jahren hat Hugo Bettauer in seinem Roman „Die Stadt ohne Juden“ ein erschreckend klarsichtiges Bild von den politischen Entwicklungen der kommenden Jahre gezeichnet. Was macht seinen Roman auch heute noch lesenswert?

Cornelius Obonya  Es ist die große Dystopie als Utopie, die in umgekehrter Form wirkt. Was wäre, wenn alles wirklich so kommt, und wie sieht es dann aus? Eingetreten ist vieles, und so vorhersehend der Roman war, so ist er leider immer noch zeitlos.

 

Warum lässt sich die Bevölkerung spalten, damals wie heute? Warum werden wir nicht klüger, sodass wir solche Mechanismen durchschauen?

Cornelius Obonya  Angst heißt meiner Meinung nach die Antwort. Angst zu verlieren. Angst vor was auch immer. Angst erzeugt meistens Ablehnung, Hass und ähnliches.

 

Bei einer Lesung gibt es nur Sie und den Text. Was ist das Reizvolle, nur durch Ihre Stimme – ohne jegliche Aktion, ohne jegliche Ausstattung – eine ganze Welt entstehen zu lassen?

Cornelius Obonya  Eben genau das. Alleine mehrere Menschen zum Leben zu bringen, diese Welt des Romans in den Köpfen und hoffentlich auch in den Herzen des Publikums erstehen zu lassen. Eine große Herausforderung und ein Privileg.

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