Opern der Zukunft – Die Aufführung


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Eine Stückeinführung zu den vier Opern der Zukunft „Zeit. Vergänglich“ von Christoph Zauner

 

„Morgen 6:58“
Das Erwachen des Stillstandes.

Eine Komödie Wir befinden uns in einem absurden Raum, der nur aus jeweils einer Matratze pro Person besteht. Eine überdimensionierte Matratze, die ihr Zimmer, ihre gesamte Welt darstellt. Alles, was sie benötigen, ist auf oder in dieser Matratze untergebracht. Kleidung, Bettzeug, Toiletteartikel, Fitnessgeräte oder auch die Küche. Diese sind jeweils einheitlich in einer Farbe gehalten (blau, türkis und grün). Sie tragen die gleiche Kleidung, unterscheiden einander aber in der Art, wie sie sie anhaben oder damit und mit sich selbst umgehen. Was ist echt, was ist ehrlich? Sind sie nur programmierte Androide, die versuchen menschliche Gefühle nachzuempfinden?

 

 

„The Patron Saint of Liars“
Die Erfindung der Lüge.

Eine Komödie Eine Geschichte zwischen Moderne und Tradition, zwischen dem getriebenen Sein durch die Behauptung der eigenen Wichtigkeit und dem Realisieren des objektiven Zustandes daran. Wenn man die eigene Lüge zu leben beginnt, wird man irgendwann von ihr gefressen.
In einem Raum mit einer Rückwand und einer Tür im Hintergrund, die nicht benutzt wird, schaffen wir durch sechs kleine Tische und Stühle nacheinander drei unterschiedliche Räume. Zunächst befinden wir uns in einer Art Arbeitssituation. Die Tische schauen alle in die gleiche Richtung, es gibt keine direkte Kommunikation zueinander. Jeder ist mit sich und seiner Arbeit beschäftigt. Dann beginnen die Damen und Herren des Ensembles umzubauen und erzeugen eine Art Gasthaus. Es ist legerer, weniger streng. Sie feiern und trinken. Am Schluss werden die Tische aneinandergereiht und mit einem großen Tischtuch belegt. Es entsteht ein letztes Abendmahl. Die Damen und Herren des Chores treten teilweise chorisch auf, schlüpfen aber immer wieder in kleinere oder größere Solorollen.

 

 

„Solus““
Die Suche nach dem Ich.

Eine (existentielle) Findung Eine weiße Fläche vor einer Wand mit einer offenen Tür. Wir wissen nicht, was draußen oder drinnen ist. Es gibt keine Requisiten, keine Anhaltspunkte an irgendetwas Vergangenes. Die drei Damen sind auf sich alleine gestellt. Jede kleinste Bewegung zählt, bekommt eine viel größere Bedeutung. Anfangs alleine, bekommen die Bewegungen, die Impulse, die sie setzen, eine immer größere Auswirkung auf die anderen. Es entsteht ein wechselseitiges Spiel, Abtasten, Annähern. Bis sie gänzlich zueinander finden. Es könnte ein Ausweg gefunden werden. Doch eine bleibt über. Eine kann den Schmerz nicht erfassen, nicht begreifen.

 

 

„Glücklich, die wissen, dass hinter allen Sprachen das Unsägliche steht oder La Celestina“
Ein Memorandum. Eine Videooper

In einem dunklen, fast schwarzem Raum treffen sich vier Personen im Gedenken an eine alte Bekannte: La Celestina. Sie sind umgeben von drei Plattformen, die jeweils einem Altar gleichen und einen Erinnerungsraum darstellen. Auf dem rechten ist eine alte Nähmaschine untergebracht, auf dem linken ein skurriler, selbstgebauter Altar, hinten eine schmucklose Tür, daneben ein Sessel und ein Tisch. Auf der Wand laufen Projektionen. Es sind sehr persönliche Momentaufnahmen einer alten, vereinsamten Frau. Einer Frau, die aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Die nicht mehr hier her passt. Die ihren Weg zu Ende gehen muss: La Celestina 

 

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