„Verlustangst ist immer da“


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Dramaturgin Marlene Hahn im Gespräch mit dem Schauspieler Cornelius Obonya, der die Partie des Olai in der Oper „Morgen und Abend“ verkörpert.  Zur österreichischen Erstaufführung kommt das Werk von Georg Friedrich Haas am 12. Februar 2022 in der Oper Graz. 

 

Wer ist Olai?

Ein Vater, ein Fischer, ein Mann. Er ist alles das. Die ursprüngliche Bedeutung des Namens ist Urvater, Urahn. Interessant. Wessen Vater ist er da wirklich?

 

Warum ein Fischer?

Vielleicht, weil das Wasser das Element des Lebens ist. Daraus kommen wir, dahin gehen wir. Nicht nur aus dem Staub und zum Staub. Und in der christlichen Mystik sind Johannes und andere Fischer.

 

Wie viel Olai steckt in Cornelius Obonya? Gibt es Momente, Eigenschaften, die Sie mit der Rolle teilen?

Oh ja! Die Ängste, die es bedeutete Vater zu werden. Ist zwar schon paar Jahre her, aber vergisst man nie.

 

Wie schwierig ist es als Schauspieler mit einem Orchester vor sich zu arbeiten, auf Musik zu warten, eins mit einer Partitur zu werden, die doch so viel vorgibt, fixiert?

Es kann schwierig sein, besonders am Anfang einer Probenarbeit. Dann wird es immer leichter, aber da muss man zuerst durch. Schauspielende arbeiten anders, als Singende. Wir fixieren uns nicht gerne, entwickeln anders.

 

Was löst dieses Werk, die aktuelle Probenarbeit in Ihnen aus?

Gedanken an meinen Vater, der dieses Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Gedanken an meinen Sohn, der 16 Jahre alt ist. Gedanken an meine Frau, die ich liebe. Verlustangst ist immer da.

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