Vorhang auf für Chava 


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Tevjes dritte Tochter Chava hat eine große Leidenschaft, denn sie lebt in der Welt der Bücher. Wenn ihre Mutter Golde sie in den Stall schickt, um die Kuh zu melken, nutzt Chava diesen Moment, um schnell noch ein paar Seiten zu lesen. Dafür kann Golde kein Verständnis aufbringen: Wozu bitteschön liest das Mädchen andauernd? Glaubt es denn, dass ein Märchenprinz aus dem Buch springen würde?

Von einem Märchenprinzen träumt Chava zwar nicht, aber gemeinsam mit ihren beiden älteren Schwestern Zeitel und Hodel hofft sie innigst, dass sie Jente, die Heiratsvermittlerin, mit dem idealen Gatten zusammen bringen wird.

Dass Chava gerne liest, fällt einem jungen Mann auf, der ganz nett ist, zuvorkommend, ehrlich, fleißig und der nicht schlecht aussieht. Und er hat auch gleich einen Literaturtipp für Chava und überreicht ihr ein Buch von Heinrich Heine. Und doch weicht Chava ihm vorerst aus und meidet seine Nähe, denn sie ist Jüdin und Fedja, der junge Russe, ist orthodoxer Christ.

Der Gedankenaustausch über die Literatur bringt die jungen Menschen näher, was allerdings niemand wissen soll und darf. Als sich Chava auf Fedjas Betreiben dazu durchringt, ihrem Vater ihre Beziehung zu einem Russen und auch ihre Heiratspläne zu gestehen, ist Tevje außer sich. Er kann nicht akzeptieren, dass seine kleine Chavaleh eine Entscheidung fällt, die seinen Vorstellungen derart entgegengesetzt ist, und verstößt sein Kind in dem Moment, als er erfahren muss, dass sich Chava und Fedja vom Popen haben trauen lassen.

Als der Auszug aus dem Schtetl Anatevka anbefohlen ist, kommt es zu einer allerletzten Begegnung zwischen Chava und Tevje. Sie kommt, um sich von ihren Eltern zu verabschieden, bevor sie sich mit ihrem Mann auf ihre Reise begibt. Und dann geschieht das Unerwartete – Tevje überwindet sich und flüstert seiner Tochter ein Wort des Abschieds zu: „Gott sei mit euch!“

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