Welche Bedeutung hat die Gattung Oper für die Zukunft?


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Diese Frage stellte Dramaturg Bernd Krispin an die vier Jungkomponist:innen, deren Werke im Rahmen von „Zeit. Vergänglich“ in Kooperation mit der Kunstuniversität Graz am 24. Mai zur Uraufführung kommen. Wie sehen die jungen Künstler:innen die Zukunft der Oper?

 

Welche Bedeutung hat die Gattung Oper für die Zukunft?

 

Jeeyoung Yoo, Komponistin von „Morgen 6:58“: Ich glaube, solange das Interesse an neuen Beziehungen zwischen Musik und Formen der Dramaturgie besteht, dann hat auch die Oper eine Zukunft.

 

Sinan Samanlı, Komponist von „The Patron Saint of Liars“: Ich glaube, das Hauptmaterial der Musik ist nicht der Klang, sondern vor allem die Kraft, die entsteht, wenn eine Gruppe von Menschen zusammenkommt und ihr Bewusstsein auf einer Bühne konzentriert. Nur in der Fülle dieser Kraft kann der Klang erklingen, und erst dann kommen die Noten und Rhythmen. Durch die Verbindung von Musik und Theater hat die Oper diesen ursprünglichen Aspekt unmittelbarer als andere Gattungen behandelt, weshalb sie für manche Menschen besonders faszinierend bleiben wird.

 

Ármin Cservenák, Komponist von „Solus“: Für mich ist die zeitgenössische Oper ein Raum, in dem alle verfügbaren künstlerischen Medien in den Dienst des Ausdrucks gestellt werden können. 

 

Joan Gómez Alemany, Komponist von „Glücklich, die wissen, dass hinter allen Sprachen das Unsägliche steht“: Die Oper der Zukunft sollte eigentlich selbstverständlich sein. Doch aufgrund der sozioökonomischen Gegebenheiten ist die Musik der Vergangenheit die Musik der Gegenwart. Ein altes Repertoire, das unablässig wiederholt wird und keinen Platz für zeitgenössische Schöpfung lässt. Erst in einer Utopie der Zukunft hat die Musik von heute ihren authentischen Platz, denn in der Gegenwart ist sie marginalisiert und existiert fast nicht.

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