Wer bist du, Undine?


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Ballettdirektorin Beate Vollack erzählt von ihrer Sichtweise auf das faszinierende Wasserwesen, das im Mittelpunkt von Hans Werner Henzes gleichnamigem Ballett steht. Premiere feiert „Undine“ in der Choreographie von Beate Vollack am 24. März 2022 an der Oper Graz.

 

„Wer kennt sie nicht, diese phantastischen, faszinierenden Wasserwesen? Heute nennen sie sich Arielle oder die kleine Meerjungfrau. Sie sind halb Frau, halb Fisch. Beherrschen, betören, verführen, zerstören oder retten Männer und Seeleute gleichermaßen, ganz wie es ihnen beliebt. So sagt man jedenfalls.

In dieser Geschichte träumen Palemon und Undine von der Erfüllung ihres gemeinsamen Happy Ends. Leider wird es nicht nur für Palemon ein unerfüllter Traum bleiben. Auch die beiden Frauenfiguren und Gegenspielerinnen im Ringen um Palemons Gunst und Liebe, Undine und Beatrice, werden an unerfüllter und unglücklicher Liebe zu Grunde gehen.

Palemon und Undine müssen die Realität ihres Andersseins erkennen. Ihre Welten sind zu unterschiedlich und nicht miteinander vereinbar. Ein Scheitern war von Anfang an vorprogrammiert. Vorher aber dürfen wir die glücklichen – wenn auch kurzen Momente des Höhepunktes ihrer Liebe erleben. Wie eine erquickende, fröhliche Welle im Sonnenschein brandet und glitzert ihre Liebe vom ersten Blick an. Ihre Andersartigkeit ist der Quell ihrer Anziehung. Jeder glaubt, im anderen die Ergänzung des in sich Vermissten gefunden zu haben.

Am Ende verflüchtigt sich nicht nur die Liebe, sondern auch Undine selbst, und einsam bleibt ein gestrandeter und dennoch gereinigter Mensch namens Palemon zurück.

Die Komposition, die Hans Werner Henze zu diesem Drama geschaffen hat, ist so tiefgründig und reichhaltig, dass es Herausforderung und Ehre für mich ist, dieses Werk mit meinen Ideen und Bildern zu füllen. Ich freue mich, das Publikum wieder in eine völlig neue Welt des Tanzes zu entführen.“

Beate Vollack

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