Zwei Fiedler auf dem Dach 


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Mit Alexander Stock und Roman Rovenkov gibt es in der Wiederaufnahme des Musicals „Anatevka“ ab dem 15. Jänner gar zwei Geiger, die im Wechselspiel auf dem Dach fiedeln. Produktionsdramaturg Bernd Krispin hat sie getrennt voneinander befragt. 

 

Der englische Originaltitel des Musicals „Anatevka“ lautet „Fiddler on the Roof“ – also „Der Fiedler auf dem Dach“. Wie fühlt’s sich an, die Titelpartie zu sein? 

Alexander Stock  Klarerweise ungewohnt, wir Musiker sind selten darstellerisch auf der Bühne anzutreffen. Mir gefällt aber der Perspektivenwechsel raus aus dem Graben.

Roman Rovenkov  Es ist wirklich ungewöhnlich und auch sehr interessant für einen Orchestermusiker, beinahe die Hauptpartie zu spielen. Normalerweise sitzen die Musiker ganz unten im Orchestergraben, aber bei dieser wunderbaren Inszenierung stehe ich plötzlich auf dem großen Koffer ganz in der Höhe – und zwar die ganze Vorstellung. Das ist eine besondere Erfahrung für mich!

 

Der Fiedler sieht einfach alles. Gibt es einen Moment oder gar mehrere Szenen, an denen Sie den Figuren zur Hilfe kommen wollen? 

Alexander Stock  Ergreifend ist, wenn Tevje seinen Töchtern nachweint, da kann ich ja mit meiner Geige etwas Trost spenden. 

Roman Rovenkov  Zwar kann ich nicht zur Hilfe kommen, aber zumindest mitfühlen kann ich die Szene, in der Tevje seine Tochter Hodel zu Perchik nach Sibirien gehen lassen muss. Das ist für mich vielleicht der tragischste Moment. 

 

Hätten Sie außerhalb der Aufführung auch gerne einen Fiedler auf dem Dach? 

Alexander Stock  Für mich ist der Geiger am Dach ein Synonym für Individualität, das Überwinden eigener Grenzen, einer, der die Welt etwas anders sieht – auf gewisse Weise mein Idol. 

Roman Rovenkov  Im meinem Wohnhaus ist mein Übezimmer direkt über dem Haupteingang. So hört jeder, der unser Haus betritt, sofort die Geige. Auch wenn ich im ersten Stock wohne, bin ich irgendwie auch ein „Fiddler on the Roof“. 

 

 

Mehr dazu, wie der Fiedler in „Anatevka“ aufs Dach kommt, erfahren Sie in unserer Backstage-Serie „Klappe auf!“:

 

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