Ballettproduktionen

Der Wolf

Ballett von Morgann Runacre-Temple zu einem Musikarrangement von Frank Moon

Empfohlen ab 14 Jahren

 


Content

Gerade der Stoff des Rotkäppchens bietet sich nicht nur für eine kindlich-naive, sondern sehr gut auch für eine erwachsene Interpretation an. Daher gibt es dieses Märchen in dieser Saison in zwei völlig unterschiedlichen Versionen zu sehen. „Der Wolf“ ist die erwachsene Version eines für Kinder geschriebenen und unschuldig wirkenden Märchens. In ihm steckt so viel mehr an Deutungsmöglichkeiten und brutaler Realität, als wir auf den ersten Blick von einem Mädchen mit rotem Käppchen oder seiner Großmutter erwarten würden. Denn der Wolf treibt nicht nur im dunklen Wald sein Unwesen. Nicht umsonst wird Rotkäppchen von der Mutter vor ihm gewarnt. Sie scheint zu wissen, was passiert, wenn er seinen tierischen Instinkten folgt und zum hemmungslosen Verführer wird. Das Märchen beschreibt auch, wie er erst Rotkäppchen vom rechten Weg abbringt und dann die erfahrene Großmutter (oder sollte man besser „die reife Frau“ sagen?) durch seine Manneskraft mit Haut und Haar verschlingt. Zu guter Letzt erscheint der Jäger als Erlöser und befreit nicht nur die Großmutter, sondern bringt auch das vom Weg abgekommene Rotkäppchen wieder auf den tugendhaften Pfad zurück. Es ist also die alte Geschichte der Geschlechter – neu erzählt und getanzt mit eigens dafür arrangierter Musik.

 

 

Die Oper Graz hält sich an die gesundheitspolitischen Vorgaben der Regierung.
Die Rahmenbedingungen für Ihren Besuch in der Saison 2021/22 erfahren Sie auf oper-graz.com.

Pressestimmen

“ […] In „Der Wolf“ […] finden sich gleich drei Varianten des Stoffs aufbereitet. In allen Dreien wird Rotkäppchen, von der Mutter losgeschickt, einem höchst lebendigen Wald begegnen, und zwar in Form von sieben sylphenhaften Tänzerinnen und Tänzern, die die Gefühlswetterlage zwischen der jungen Frau an der Schwelle zum Erwachsenwerden und dem Wolf begleiten, abfedern, kommentieren. […] Man weiß, wohin diese Reise geht, aber wie Runacre-Temple Rotkäppchens erotisches Erwachen hier bearbeitet, ist unwiderstehlich in Dynamik und Gestus und wird von Kirsty Clarke und Paulio Sóvári als Rotkäppchen und Wolf im Ringen um Beherrschung und Hingabe kongenial übersetzt. […] Das endet in einer Version mit brutaler Überwältigung, in der nächsten in einer Art Familiendrama: Rotkäppchen erschießt den Wolf, als es ihn im Bett mit der liebeshungrigen Großmutter antrifft (als ebendiese hat die Tanz-Chefin der Oper, Beate Vollack, einen hübschen Cameo-Auftritt). […] (Ute Baumhackl, Kleine Zeitung)

 

“ […] Ganz in Weiß beginnt das Rotkäppchen (Kirsty Clarke) seine Entdeckungsreise in das Land der Sinnlichkeit […] Die Neugier auf die wilderen Seiten des Lebens beginnt schon lange vor ihrem Treffen mit dem Wolf. Nur widerwillig fügt sie sich den Vorgaben der strengen Mutter (Ann-Kathrin Adam); ihre Begegnungen mit den Wald wesen, die ihren Weg zur Großmutter säumen, muten wie ein Flirt an. Auch der Wolf (Paulio Sóvári ) ist in dieser Version nicht (nur) ein Gewalttäter, sondern vor allem ein Charmeur, dem sich auch die Großmutter (Beate Vollack) willig hinzugeben scheint. […] Frank Moon hat dafür Musik von klassischen Barockklängen über Tango bis hin zu souligen Standards arrangiert. Das Resultat ist ein interessanter Mix aus Sinnlichkeit und Spaß, aus Verlockung und Bedrohung, den das Ensemble wunderbar umsetzt. […]“ (Christoph Hartner, Kronen Zeitung)

Wissenswertes rund um die Produktion

Vorstellungen

Derzeit keine