Aleš Jenis wurde in Bratislava geboren und studierte zunächst Klavier, bevor er 1998 seine Gesangsausbildung begann. Schon bald wurde er als Gast an die Prager Staatsoper verpflichtet, wo er 2001 als Papageno in Die Zauberflöte und als Moralès in Carmen auftrat. Im folgenden Jahr wechselte er an das Slowakische Nationaltheater in Bratislava und war dort in Pagliacci, La bohème, Eugen Onegin, Lucia di Lammermoor, L’elisir d’amore und Der Barbier von Sevilla zu erleben.
2003 debütierte er beim Wexford Festival als Ambrosio in Die drei Pintos. Weitere Gastengagements führten ihn an das Teatro Lirico in Cagliari (Alfonso und Estrella), an das Grand Théâtre de Genève (Aus einem Totenhaus), an das Theater St. Gallen (Titelpartie in Eugen Onegin), an das Teatro Municipal in Santiago de Chile (Heerrufer in Lohengrin), an die Oper Avignon (Albert in Werther) sowie als Sharpless in Madama Butterfly an die Volksoper Wien und die Staatsoper Berlin.
2007 übernahm er in St. Gallen die Titelpartie in Don Giovanni und debütierte an der Deutschen Oper Berlin in einem Neujahrskonzert unter der Leitung von Michail Jurowski. Darüber hinaus sang er an der Oper Montpellier den Grafen Gil in Wolf-Ferraris Il segreto di Susanna. Mit Janáčeks Aus einem Totenhaus war er bei den Wiener Festwochen, beim Holland Festival, beim Festival d’Aix-en-Provence, an der Metropolitan Opera und an der Mailänder Scala zu erleben.
Ebenfalls 2007 debütierte er als Eugen Onegin am Bolschoi-Theater in Moskau. Mit dieser Partie stellte er sich im folgenden Jahr erstmals beim Glyndebourne Festival vor. Als Sharpless in Madama Butterfly gastierte er in Santiago de Chile, an der Staatsoper Berlin und am New National Theatre in Tokio.
Am Palau de les Arts Reina Sofía in Valencia sang er Ferdinand in Die Verlobung im Kloster und den Grafen Almaviva in Le nozze di Figaro. Mit dem Prager Philharmonischen Orchester interpretierte er unter der Leitung von Jiří Bělohlávek Dvořáks Biblische Lieder. Am Prager Nationaltheater wirkte er unter Tomáš Netopil in Martinůs Das Gilgamesch-Epos mit. An der Volksoper Wien und an der Oper Graz war er als Giorgio Germont in La traviata zu hören. Weitere wichtige Stationen seiner Laufbahn waren seine Debüts an der Opéra de Lyon und am Brüsseler Opernhaus La Monnaie in Janáčeks Aus einem Totenhaus.
Bei der Nederlandse Reisopera in Enschede übernahm er die Titelpartie in Don Giovanni, in Ostrava den Prospero in Zdeněk Fibichs Der Sturm. 2020 trat er am Royal Opera House Covent Garden als Schaunard in Richard Jones’ Inszenierung von La bohème auf.
In der Spielzeit 2026/27 übernimmt er die Titelpartie in Eugen Onegin am Slowakischen Nationaltheater, die Titelpartie in Stephen Sondheims Sweeney Todd an der Prager Staatsoper sowie Giorgio Germont in Arnaud Bernards Inszenierung von Verdis La traviata.
