La Damnation de Faust
Text vom Komponisten und Almire Gandonnière nach „Faust I" von Johann Wolfgang von Goethe in der Übersetzung von Gérard de Nerval
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Hector Berlioz’ monumentales, von Goethes Faust I inspiriertes Höllenfahrtsdrama vereint Orchesterwucht, dämonische Chöre und himmlische Melodien zu einer beispiellosen symphonisch-dramatischen Mischform. Regisseur Lorenzo Fioroni – zuletzt mit Brittens War Requiem an der Oper Graz – bringt gemeinsam mit Johannes Braun am Pult der Grazer Philharmoniker Berlioz̛ ultimative Faust-Apokalypse in einer Rauminstallation des mehrfach preisgekrönten Bühnenbildners Sebastian Hannak auf die Bühne der Oper Graz.
Nach den Trojanern, die von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu einer der zehn besten Produktionen des Jahres 2025 gekürt wurde, setzt die Oper Graz ihre Beschäftigung mit einem der faszinierendsten musikalischen Exzentriker des 19. Jahrhunderts fort.
In seinem Meisterwerk aus dem Jahr 1846 zerteilt der französische Klangzauberer Berlioz Goethes Mythos in grell leuchtende Einzelvisionen und schafft mit seiner in den Mitteln maßlosen Künstlertragödie einen romantischen Gegenentwurf zum klassischen Vernunft-Natur-Dualismus der Goetheschen Vorlage.
Für Regisseur Lorenzo Fioroni wird La Damnation de Faust zum Erkenntnisspiel: Die Sehnsucht nach Einfachheit, nach klarer Orientierung wird von der Gegenwart mit Überforderung und der Zumutung von Komplexität beantwortet. Die geplante Inszenierung begreift Berlioz’ eigenwilliges Werk als Aufforderung zu einem sinnlichen Denkexperiment, in dem der mythische Faust-Stoff neu befragt wird und zum Spiegel einer aus den Fugen geratenen Welt gerät.
Altersempfehlung: 16+
Bitte beachten Sie:
In Hector Berlioz’ La damnation de Faust führt der Weg bekanntlich nicht nur durch Zechgelage, Liebe und Verführung, sondern auch ziemlich direkt in die Hölle. Dabei wird es auf der Bühne mitunter laut, grell und blutig – ganz im Sinne des dramatischen Stoffes, jedoch nicht für alle Menschen unbeschwert wahrnehmbar.
Die Aufführung enthält Schüsse, Sirenenalarm, die Darstellung von Blut sowie Stroboskop-Lichteffekte. Wenn Sie auf einen oder mehrere dieser Reize empfindlich reagieren, bitten wir Sie, dies bei Ihrem Vorstellungsbesuch zu berücksichtigen. Unser Einlass- und Saalpersonal unterstützt Sie bei Bedarf gerne.
Für eilige Ohren! 
Die Audioeinführung der Oper Graz!
Gesprochen von: Michael Großschädl
Produziert von: Michál Zábavík
Vorstellungen

- Musikalische Leitung: Johannes Braun (Nov: 1) / Stefan Birnhuber (Nov: 14, 22, Dez: 13)
- Inszenierung: Lorenzo Fioroni
- Choreographie: Louis Stiens
- Bühne: Sebastian Hannak
- Kostüme: Katharina Gault
- Licht: Sebastian Alphons
- Video: Christian Weißenberger
- Dramaturgie: Katharina John
- Chor & Zuatzchor: Johannes Köhler
- Singschul': Andrea Fournier
- Faust: Pavel Petrov
- Méphistophélès: Nikita Ivasechko
- Marguerite: Anna Brull
- Brander: Fangyong Liang
- Oriel: Richard Jähnig
- Himmlisches Kind: Nadja Dybova (Nov: 14, Dez: 13) / Marit Schrank (Nov: 1, 22)
- Sandrine (Tänzerin): Helen Clare Kinney
- Grazer Philharmoniker,
- Philharmonia Chor Wien,
- Statisterie der Oper Graz,
- Singschul' der Oper Graz,
- Herrenchor der Oper Graz,
- Damenchor der Oper Graz
»Ja, das alles ist wahnsinnig. Ja, das ist überwältigend. Und ja, das macht nicht immer alles Sinn. Aber verdammt: Ja, das ist großes Theater!«
»Gigantischer Bildersturm«
»Mehr Spektakel geht einfach nicht!«
»Mit einer bombastischen Inszenierung von La Damnation de Faust von Hector Berlioz startet die Oper Graz in die neue Saison.«
»Allen voran glänzt der Chor der Oper unter Johannes Köhler.«
»Pavel Petrov ist ein erstklassiger Faust mit wunderbarem Schmelz, Nikita Ivasechko ein auch stimmlich herrlich verspielter Mephistopheles und Anna Brull glänzt als Marguerite mit Wucht und feinen Nuancen.«
Kronen Zeitung
»Ungarische Aufständische und eine Stummfilm-Inszenierung, grelle Neonreklame und klassisches Ballett im Tutu, romantische Naturgeister, ungute Saufkumpane aus dem Studentenkeller und genderfluide Teufel: Das geht sich alles aus, überlagert und überlappt sich, es ist ein Bilderrausch der Zeichen und Symbole, des Privaten und Politischen.«
»Die echten Grazer Philharmoniker, die an den hinteren Bühnenrand verfrachtet worden sind, liefern unter der umsichtigen Leitung von Johannes Braun eine starke Leistung […]«
»Die vor dem Orchester agierenden Stimmen sind präsent und beeindruckend.«
»Pavel Petrov ist ein Klasse-Faust, der bis in die Kopfstimme hinauf überzeugt. Das Volumen ist ideal, der Klang von feinem Schmelz eingehüllt.«
»Mezzo Anna Brull ist eine genuine Marguerite, nicht nur das Lied vom König aus Thule gelingt ihr formidabel, diese Sängerin macht eigentlich jede Partie zu ihrer, sei es Sesto, sei es Oktavian, sei es die Dido.«
»Nikita Ivasechko ist ein stimmdarstellerisch überragender Teufel, er hat einen modulationsfähigen Bariton, dessen Klang er gar einen „französischen Akzent“ verleiht.«
»Grazer Chor und Zusatzchor, Singschul‘ und Statisterie werden von Fioroni wunderbar aktiv und detailreich in diesen Bilderreigen eingefügt, außer Stefan Herheim fällt mir derzeit kein Regisseur ein, der so wild und frei, so lustvoll Musiktheater ohne Grenzen macht wie der Schweizer.«
Kleine Zeitung
»Pavel Petrov verlieh dem Faust stimmlich wie darstellerisch schwärmerische Konturen und ließ sich dabei auch von den sanften tenoralen Höhenflügen, die Berlioz verlangt, nicht aus der Ruhe bringen.«
»Anna Brull ging daneben mit schon relativ dramatischem, aber modulationsfähigem Mezzosopran als Marguerite voll auf, hier eine gar nicht treudeutsch „reine Magd“, sondern ein in jeder Hinsicht erfahrener (Halb-)Weltstar.«
»Die Krone des Abends aber gebührt Nikita Ivasechko, einem Méphistophélès mit kernigem Bassbariton, der gestisch-modulationsreich singt und im Jeansanzug, Teufelsoutfit oder in Drag gleichermaßen intensiv spielt.«
Die Presse
»Furioses Höllenspektakel in der Grazer Oper«
» Mit La Damnation de Faust von Hector Berlioz ist der Grazer Oper am Samstag ein effektvoller Saisonauftakt gelungen. Die Geschichte von Faust wird von Regisseur Lorenzo Fioroni als Abfolge von eindrucksvollen Bildern und wildbewegten Szenen erzählt, wobei die Grenzen zum Zuschauerraum oft verschwimmen. Die farbenreiche Klangwelt dieser Oper wurde von den drei Hauptfiguren stimmlich gekonnt umgesetzt, besonders begeisterte der nuancenreiche und präzise singende Chor.«
»Ein Werk, das man sich nicht entgehen lassen sollte – schon allein, weil es so selten zu sehen ist und optisch wie musikalisch Eindruck hinterlässt.«
APA
»Den an Weltschmerz leidenden Titelhelden singt Pavel Petrovemotionsreich mit schönem, höhensicherem Tenor.«
»Anna Brull verströmt als Marguerite vor allen in ihren beiden herrlichen Arien wie König aus Thule wunderbare Innigkeit und verfügt über eine reiche Schattierung an Farben und Emotionen.«
»Bei einer kraftvoll-dämonischen Interpretation und facettenreicher Gestaltung ist Nikita Ivasechko ein stets zynischer, böser Méphistophélès.«
»Großer Jubel und kein Widerspruch für die Inszenierung!«
Kurier
