La Bohème
Libretto vom Komponisten basierend auf Henri Murgers „Scènes de la vie de bohème" (1845-1851)
Konzertante Aufführung in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Zwei Komponisten, ein Stoff – und ein musikalisches Duell, das Operngeschichte schrieb: Als Giacomo Puccini und Ruggero Leoncavallo fast zeitgleich Murgers Bohème. Szenen aus dem Pariser Leben vertonten, triumphierte am Ende Puccinis Version. Doch Leoncavallos La Bohème bleibt ein zu Unrecht vergessenes Kleinod. Höchste Zeit, diese »andere Bohème« neben ihrer bekannten Schwester unter der Musikalischen Leitung der jungen italienischen Dirigentin Daniela Musca neu zu entdecken!
Der literaturaffine Leoncavallo erkannte das musikdramatische Potential von Murgers witzigen und geistreichen Episoden und entwarf ein Libretto, das er Puccini zur Vertonung anbot. Doch dieser lehnte ab. Als Leoncavallo ein Jahr später selbst damit begonnen hatte, seinen Text in Musik zu setzen, erfuhr er, dass sein Konkurrent und Kollege ebenfalls eine Bohème in Arbeit hatte. Dass Puccini sein Werk – mit zunächst mäßigem Erfolg – als Erster der Öffentlichkeit präsentierte, verhinderte, dass Leoncavallos fesselndes Klanggemälde, das hart zwischen Humor und Tragik wechselt und die Kulissenhaftigkeit der vorgeführten Lebenslust betont, langfristig ins Repertoire aufgenommen wurde.
Mit seinen lebensnahen, stark an der literarischen Vorlage orientierten Figuren ist dem Komponisten des Bajazzo eine deutlich veristischere Charakterisierung der exzessiven, aber auch harten Lebensumstände des Pariser Künstlermilieus gelungen, und so offenbart die »unbekannte Bohème« eine berührende Alternative zum populären Klassiker, die den Vergleich mit dem Konkurrenten nicht zu scheuen braucht.
Altersempfehlung: +14
Vorstellungen
- Musikalische Leitung: Daniela Musca
- Dramaturgie: Katharina John
- Chor & Extrachor: Georgi Mladenov
- Mimì: Lisa Wittig
- Rodolfo: Petr Sokolov
- Musette: Anna Brull
- Marcello: Gaston Rivero
- Schaunard: Ivan Oreščanin
- Barbemuche: Daeho Kim
- Gustavo Colline: Wilfried Zelinka
- Visconte Paolo: Aleš Jenis
- Gaudenzio: Ted Black
- Durand: Jianwei Liu
- Eufemia: Neira Muhić
- Un becero: Diego Monroy
- La vecchia: Marijana Nikolić
- L'impiegato: Dimitri Fontolan
- La moglie dell'impiegato: Ilayda Dülek
- Il signore del primo piano: Christian Scherler
- Lo speziale: Adrián Berthely
- Chor der Oper Graz,
- Extrachor der Oper Graz
»Das professionelle Ensemble begeisterte.«
»Viel Beifall für die „andere“ Bohème.«
»Reich an großen Melodienbögen, lyrischen Gesten und dramatischen Duetten, die Dirigentin Daniela Musca mit viel Drive und symphonischen Gespür umsetzt.«
»Professionell zeigt sich das gesamte Ensemble, aus dem Anna Brulls voller Mezzo und Lisa Wittigs reiner Sopran herausragen.«
»Sehr intensiv und berührend gelingt Lisa Wittig Mimis Tod.«
Kleine Zeitung
»Ruggero Leoncavallos beinahe unbekannte „La Bohème“ sorgt an der Oper Graz für Begeisterung.«
»Daniela Musca hat die Grazer Philharmoniker und die Sänger wunderbar im Griff.«
»Sie [ Daniele Musca] zeichnet das perlend Leichte ebenso klar wie die emotionalen Eruptionen mit großer Empathie.«
»Mit Gaston Rivero (Marcello) und Anna Brull (Musette) hat sie ein ausdrucksstarkes Liebepaar zur Verfügung.«
»Lisa Wittig liefert als Mimi Dramatik, Petr Sokolov glänzt als Rodolfo in Wut und Leid.«
»Wie überhaupt das Ensemble mit Wilfried Zelinka, Daeho Kim, Ted Black und allen anderen bis in kleinste Rollen überzeugen kann.«
»Ein Gustostück für Opernfreunde. Nicht versäumen!«
Kronen Zeitung
»Hier wurde allerdings die Oper des Puccini-Konkurrenten Ruggero Leoncavallo gegeben – und das in einer herausragenden Aufführung.«
»Herausragende musikalische Umsetzung.«
»Mit zupackendem, aber immer deutlichem Dirigat feuert sie die Grazer Philharmoniker an, arbeitet wunderbar die enorme Spannbreite des Werkes zwischen verhaltener Romantik und emotionalen Ausbrüchen, zwischen beschwingter Leichtigkeit und intimer Tiefe heraus und hat auch den präzise und klangschön singenden Grazer Opernchor und Extrachor fest im Griff. Dass da eine profunde Kennerin des Verismo am Werk ist, hört man vom ersten Ton an.«
»Ihr zur Seite (in diesem Fall in ihrem Rücken) steht ein Sängerensemble von großer Klasse: Allen voran Anna Brull, die die musikalische Vielfalt ihrer Rolle der Musette voll auskosten kann und ihren wunderbaren, von den Höhen bis in die schön ausgeformten Tiefen gleichmäßigen Mezzo von sanfter Zartheit bis kraftvollen Zugriff führt.«
»Ihr zur Seite steht als Marcello der international gefragte Spinto-Tenor Gaston Rivero, in dieser Rolle ideal besetzt, der vor Italianità nur so strotzt, seine Stimme für intime Momente zurücknehmen, aber vor allem in den emotionalen Ausbrüchen bis in die strahlenden Spitzentöne richtig aufdrehen kann. Für das Paar Mimì/ Rodolfo hat die Grazer Oper die deutsche Sopranistin Lisa Wittig (mit ebenmäßigen, manchmal ins Dramatische reichenden lyrischen Sopran) und Petr Sokolov parat, der sich durch einen noblen, aber auch zu Ausbrüchen fähigen Bariton mit schöner Legatokultur auszeichnet.«
»Ivan Oreščanin gibt den Schaunard stimmlich markant – nicht nur bei ihm bemerkt man, wie sehr diese Musik für die Szene geschaffen ist.«
»Die kleineren Rollen sind sehr gut besetzt, wobei Neira Muhić als Eufemia besonders hervorsticht.«
»Das Grazer Opernpublikum durfte an diesem Abend also eine außergewöhnliche Aufführung erleben [ … ]«
KUMA
